Gebogene Installation: der organischen Grundstücksgrenze in Melbourne folgen
- FANCY FENCE

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Nicht jede Grundstücksgrenze lässt sich als gerade Linie beschreiben. Bei hochwertigen Wohnprojekten ergibt sich der Verlauf eines Zauns häufig aus der Geometrie der Straße, der Landschaftsgestaltung, Sichtachsen sowie aus der Beziehung zwischen Gebäude und Umgebung. Genau so war es bei der FANCY FENCE Installation in Melbourne, bei der die Grundstücksfront eine gebogene Torlösung erforderte.
Aus diesem Projekt entwickelte sich das Konzept eines gebogenen vertikalen Tores, heute als Banana Gate bekannt. Ausgangspunkt war eine sehr konkrete Situation: ein Grundstück am Ende einer Sackgasse mit einem runden Straßenabschluss. In einer solchen Situation hätten klassische Schiebe- oder Flügeltore der Krümmung des Grundstücksverlaufs nicht folgen können, ohne gestalterische und funktionale Kompromisse einzugehen.
Im Gegensatz zu traditionellen Lösungen benötigt FANCY FENCE als Vertikales versenkbares Torsystem weder seitlichen Platz für ein Schiebetor noch eine Schwenkfläche für Flügeltore. Das Torpanel senkt sich vertikal in eine Stahlbetonkassette, wodurch sich das System auch an komplexere Grundstücksgeometrien anpassen kann. In der Praxis bedeutet das: Zaun und Einfahrt müssen der Architektur keine gerade Linie aufzwingen. Stattdessen können Architektur und Landschaft die Form des Tores bestimmen.
Dieses Projekt zeigt, dass versenkbare Torsysteme nicht nur technische Bauteile sind, sondern auch als gestalterisches Werkzeug in der Architektur dienen können. In Melbourne wurde das Tor nicht einfach in das Projekt integriert – es wurde speziell angepasst, um die organische Grundstückslinie und die Gesamtgestaltung der Landschaft zu bewahren.
Technische Herausforderungen einer gebogenen Installation (Panelwinkel, Synchronisation)
Die größte Herausforderung der gebogenen Installation bestand darin, die fließende Linie der Grundstücksgrenze in eine präzise funktionierende mechanische Konstruktion zu übertragen. In der klassischen geraden Version bewegen sich die Panels vertikal entlang einer Achse. In der gebogenen Variante musste ein System entwickelt werden, bei dem die einzelnen Elemente der Kurve folgen und gleichzeitig als ein zusammenhängendes Tor funktionieren.
Dafür waren mehrere Planungsschritte erforderlich:
exakte Bestimmung der Krümmung der Grundstücksfront
Planung einer gebogenen Stahlbetonkassette
Anpassung der Fundamente an die gebogene Konstruktion
Walzen der Stahlprofile, die die vertikalen Pfosten verbinden
Anpassung der Abdeckplatten an den Verlauf der Kurve
In der Standardversion sind die vertikalen Pfosten unter der Erde durch lange Stahlprofile miteinander verbunden, die auf beiden Seiten der Elemente befestigt sind. In der gebogenen Variante mussten diese Profile präzise gebogen werden, um sowohl die statischen Anforderungen als auch den visuellen Rhythmus des Zauns zu erhalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Synchronisation. Obwohl das Funktionsprinzip dem der geraden Version entspricht, musste das gesamte System so koordiniert werden, dass das Tor gleichmäßig und flüssig arbeitet. Bei solchen Projekten ist keine Improvisation während der Montage möglich – alle Parameter müssen bereits in der Planungs- und Produktionsphase exakt berechnet werden.
Minimal möglicher Krümmungsradius
Bei gebogenen Installationen stellt sich eine zentrale Frage: Wie klein kann der Radius einer Kurve sein, ohne die Funktion des Tores oder die visuelle Qualität zu beeinträchtigen?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, da der minimale Radius von mehreren Faktoren abhängt:
Breite und Proportionen der einzelnen Panels
Verbindung der Elemente unter der Erde
Geometrie der Betonkassette
Rhythmus der vertikalen Pfosten
Anforderungen des architektonischen Entwurfs
In der Praxis bedeutet dies, dass eine gebogene Installation kein Standardprodukt ist, sondern das Ergebnis individueller technischer Berechnungen und Projektkoordination. Beim Projekt in Melbourne bestand das Ziel nicht darin, den kleinstmöglichen Radius zu erreichen, sondern eine Geometrie zu finden, die sich natürlich in den Grundstücksverlauf einfügt.
Für Architekten ist dabei entscheidend, dass die Kurve nicht nur technisch möglich ist, sondern auch mit der Logik des Ortes, den Proportionen der Architektur und der Landschaftsgestaltung harmoniert.
Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Architekt und Bauunternehmen
Die Umsetzung eines gebogenen Tores erfordert eine deutlich intensivere Zusammenarbeit als eine klassische lineare Installation. Beim Projekt in Melbourne beruhte der Erfolg auf der engen Kooperation zwischen Architekt, Hersteller und ausführendem Bauunternehmen.
Der Architekt definierte die Linienführung des Zauns und seine Beziehung zur Architektur und Landschaft. Der Hersteller übersetzte diese Vision in eine realisierbare mechanische Konstruktion, basierend auf einem vertikal versenkbaren Tor. Das Bauunternehmen setzte das Projekt vor Ort um und sorgte für die präzise Umsetzung der Betonkassette und der gesamten Konstruktion.
Wichtige Elemente dieses Prozesses waren:
detaillierte Ausführungszeichnungen
eindeutige Festlegung der Geometrie vor Produktionsbeginn
Abstimmung zwischen Torstruktur und Einfahrtsoberfläche
Anpassung der Abdeckplatten und Entwässerungssysteme
Kontrolle der Montagegenauigkeit
Für das Fancy Fence Team war das Projekt in Australien die erste gebogene Installation dieser Art. Die größte Herausforderung bestand darin, alles beim ersten Versuch korrekt umzusetzen. Ein Fehler, der erst während der Installation entdeckt worden wäre, hätte die Herstellung neuer Komponenten und deren Transport nach Australien erfordert.
Wie sich die Krümmung auf Kosten und Installationszeit auswirkt
Es wäre falsch anzunehmen, dass ein gebogenes Tor lediglich ein gebogenes Standardtor ist. Die Krümmung beeinflusst sowohl die Komplexität des Projekts als auch die Zeit für Planung und Produktion.
Zu den wichtigsten Faktoren gehören:
individuelle geometrische Berechnungen
spezielle technische Zeichnungen
Walzen der Stahlprofile
Herstellung einer gebogenen Betonkassette
Anpassung der Abdeckplatten und Details
Bei hochwertigen architektonischen Projekten ist dieser zusätzliche Aufwand jedoch keine extravagante Ergänzung, sondern eine notwendige Voraussetzung für die Wahrung der gestalterischen Integrität des Projekts.
Integration mit vorhandener Vegetation und Landschaft
Ein großer Vorteil dieses Projekts bestand darin, dass das Tor nicht die Geometrie der Landschaft bestimmen musste. Stattdessen wurde es so entworfen, dass es der natürlichen Logik des Ortes folgt.
Im geöffneten Zustand verschwindet das Tor vollständig im Boden, wodurch die Einfahrt visuell offen bleibt. So bleibt die Landschaftsgestaltung das dominante Element der Umgebung.
Gerade in Projekten mit hohem gestalterischem Anspruch ermöglicht diese Lösung ein harmonisches modernes Zaundesign, das Architektur, Landschaft und Grundstücksgrenze zu einer stimmigen Einheit verbindet.
Vergleich: Warum Schiebe- und Flügeltore diesen Effekt nicht erreichen können
Ein Schiebetor benötigt eine gerade Führung und ausreichend Platz entlang des Zauns.Ein Flügeltor benötigt freien Raum zum Öffnen der Torflügel.
Beide Lösungen erzwingen daher eine lineare Zaunführung.
Ein Vertikal versenkbares Tor arbeitet vollständig innerhalb der unterirdischen Kassette. Dadurch kann die Zaunlinie nahezu jede Form annehmen.
Die Installation in Melbourne zeigt, dass bei Grundstücken mit organischer Geometrie ein vertikales versenkbares Tor keine Kompromisslösung ist, sondern eine logische architektonische Antwort.




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